F.C. Alemannia 1913 Bourheim e.V.

4:1 Sieg gegen Jülich 1910/97 II

Ab dem 32. Lebensjahr ist man berechtigt bei den „Alten Herren“ zu kicken. Das Durchschnittsalter der Anfangsformation lag heute knapp über 32 Jahren. Was diese Jungs noch zu leisten im Stande sind, haben sie gegen die recht jugendliche Truppe von Jülich eindrucksvoll bewiesen.

Natürlich war die Grundausrichtung von Beginn an defensiv. Die Gäste entwickelten zwar ein spielerisches, optisches Übergewicht im Mittelfeld, konnten jedoch das Tor von Michael Dreßen in der ersten Spielhälfte nur einmal gefährden. Was die Gäste nicht ahnen konnten, Michael war heute in Topform. Trotz der Überlegenheit der Gäste hatte die Alemannia in den ersten 45 Minuten vier bis fünf hochkarätige Einschussmöglichkeiten. Lange Bälle in die Spitze auf die pfeilschnellen Stürmer Lars Niese und Simon Wittek brachten die Gäste ein um das andere Mal in Verlegenheit. Allerdings konnte Simon diese guten Gelegenheiten nicht in Tore umsetzen, steckte ihm doch das Donnerstagspiel noch in den Gliedern. Aber auch der Gästekeeper hatte einen guten Tag erwischt.

Nach einer nur 7 Minuten dauernden Pause ging es weiter. Die Gäste drängten auf die Führung und die Alemannia erspielte sich die Chancen. Zum wiederholten Male konnte sich Lars Niese durchsetzen und den Ball in den Strafraum bringen. Dort stand der Dauerrenner aus dem Mittelfeld, Andreas Leimbach genau richtig und brachte den Ball in der 63. Spielminute im Tor zur verdienten 1:0 Führung unter. Kurz darauf verletzte sich der Libero der Alemannia und musste ausgewechselt werden. Holger Skzypczyk verjüngte den Kader um ein paar zehntel Prozentpunkte. In der 67. Spielminute nutzte die Alemannia die nächste Chance zum 2:0. Wieder war es Lars Niese der den Ball auf Andreas Leimbach spielte. Mit dem Kopf erzielte er die Ergebnisverbesserung. Bei dieser Aktion verletzte sich jedoch Andreas. Da der Trainer aber keine Auswechselspieler mehr zur Verfügung hatte, musste Andy auf die Zähne beißen.

Schon vor Spielbeginn stand fest, dass Lars Niese aus beruflichen Gründen die Partie nicht zu Ende spielen konnte. So drohte der Alemannia, die letzten 20 Minuten nur mit 10 Mann auf dem Feld zu stehen. Diese Tatsache veranlasste den verletzten Stammtorhüter sich schnell ein Trikot über zu ziehen und dem Trainer zu sagen: „Egal, es muss einfach gehen, wechsele mich ein“. Das war auch nötig, denn die Gäste hatten zwischenzeitlich durch ein Missverständnis im Mittelfeld den Anschlusstreffer erzielen können.

Die Gäste setzen alles auf eine Karte und standen mit ihrem Torwart bis zur Mittellinie. Aber die Alemannia wollte sich in der Schlussphase der Begegnung jetzt nicht nur auf das verteidigen der knappen Führung verlassen. Dass die Führung bis zum Schuss hielt hatte die Alemannia ihrem Torwart zu verdanken. Mit mehreren guten Paraden hielt er seine Vorderleute im Spiel. Die Nachspielzeit war schon angebrochen, da brachte Stephan Hambloch einen Eckball von rechts in den Strafraum genau auf den Kopf von Henning Mack und der Ball schlug zur 3:1 Führung ein. Alle Alemannen ersehen den Schlusspfiff. Doch der Schiri wartete noch bis Simon sich für seine aufopferungsvolle Arbeit mit dem 4:1 belohnte.

Ceterum censeo....

Heute muss man sich zunächst bei den alten Recken, Udo Leimbach, Lars Niese, Michael Freialdenhoven und Thomas Crämer bedanken, dass sie die Partie überhaupt angepfiffen werden konnte. Dem Michael Freialdenhoven wünschen wir an dieser Stelle alles Gute. Hoffentlich ist deine Verletzung nicht so schlimm.
„Cato“

Für die Alemannia spielten:

Michael Dreßen, Markus Offermanns, Thomas Crämer, Ingo von Ameln, Michael Freialdenhoven (66. Holger Skrzypczyk), Andreas Leimbach, Stephan Hambloch, Henning Mack, Simon Wittek, Udo Leimbach, Lars Niese (Sebastian Wagels).


Stimmen zum Spiel:


Frank Caspers (Trainer):
Cato: Frank, herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Innerhalb von 48 Stunden hast du den Tabellenführer und zweiten in der Tabelle geschlagen. Wie stolz bist du auf deine Mannschaft?
Frank: Sehr stolz natürlich. Wir haben zweimal hinter einander eine super Mannschaftsleistung gezeigt.
Cato: Der Altersdurchschnitt war heute sehr hoch. Worin liegen die Gründe?
Frank: Ich wollte den jungen Spielern mal eine Pause gönnen und sie draußen gelassen. Ich habe Udo Leimbach als 49 jährigen reaktiviert, ´nen alten Mann in die Abwehr und ´nen alten Mann in den Sturm gestellt. Nein Quatsch. Die Gründe weißt du. Wir waren heute personell arg gebeutelt. Wir hatten viele Absagen. Aber man konnte sehen, dass die alten Säcke doch noch Fußball spielen können. Vielen Dank den Jungs.
Cato: Als ich die Mannschaftsaufstellung gesehen habe, konnte man Angst bekommen. Aber es ist gut gegangen. Dabei waren die Gästespieler doch recht jung. Die letzten Wochen mindestens zwei Spiele pro Woche. Sollte das nicht die ganze Saison über so sein, denn ohne Training geht es offensichtlich besser.
Frank: Es scheint sich durchzusetzen, dass das die bessere Alternative ist.
Cato: Wer ist Spieler des Tages?
Frank: Da habe ich heute zwei Spieler. Bis zu seiner Verletzung habe ich eine super Partie von Andy Leimbach gesehen. Und auch eine überragende Leistung von unserem Torwart, der erst zwei Minuten vor Anpfiff erfuhr, dass er spielen muss.
Cato: Danke Frank.

Michael Dreßen (Torwart):
Cato: Michael, Glückwunsch zum Sieg. Wie war es für dich so kurzfristig spielen zu müssen?
Michael: Das war egal. Heute hat alles gepasst. Jülich hatte durchaus Chancen. Aber letztendlich hat es für uns gereicht und als die aufgemacht haben, haben wir den Sieg klar gemacht.
Cato: Kurz vor Spielende bist du sogar noch einmal vom eigenen Mann geprüft worden.
Michael: Das kann vorkommen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich bei einigen Bällen etwas Glück hatte.
Cato: Weiter viel Erfolg.

Andreas Leimbach (Mittelfeld):
Cato: Andreas, auch an dich die Glückwünsche zum Sieg. Gemeinsam mit Michael Dreßen bist Du zum wiederholten Mal Spieler des Tages. Du hast dich auch verletzt, konntest aber nicht mehr ausgewechselt werden. Wie schwer war es die Partei zu Ende zu spielen?
Andreas: Das war doch sehr schwierig. Ich hatte schon mal einen Kreuzbandriss und musste im ersten Moment wieder der schlimmste befürchten. Ich habe mich dann mehr zurückgezogen und so habe ich die Zeit durchgehalten.
Cato: Ein wunderbares Kopfballtor von dir. Hast du eingenickt oder bist zu nur angeschossen worden?
Andreas: Also, ich habe den Ball schon eingenickt.
Cato: Gute Besserung und viel Erfolg.

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