Ein Sieg, der sicherlich schwerer als erwartet war. In der ersten Halbzeit geriet die Mannschaft von Frank Caspers gleich dreimal in Rückstand. Dabei hätte die Alemannia bereits unmittelbar nach dem Anstoß durch Ralf Posselt in Führung gehen können. Doch in der 7. Spielminute der erste Rückstand. Frei vor dem Tor gelang den Gästen durch einen Kopfball die 1:0 Führung. Und das muntere Tore schießen ging weiter. Irgendwie hatte man den Eindruck, als ob beide Mannschaften heute ohne Abwehr spielten. Eine feine Flanke von Dirk Loithmann verwertete Ralf Posselt nach 15 Spielminuten mit Köpfchen zum 1:1 Ausgleich. Kurz danach hätte Ralf sogar die Führung erzielen können. Wieder mit dem Kopf traf er jedoch lediglich die Latte.
In der 31. Minute waren wieder die Gäste aus Jüngersdorf dran. Aus klarer Abseitsposition erhöhten sie auf 2:1. Und Frank war weniger auf die Fehlentscheidung des Schiedsrichters sauer, als auf seine eigenen Leute. Die Defensive war nicht vorhanden. Die Abstimmung klappte überhaupt nicht. Ein wenig heller wurde das Gesicht des Trainers nach dem wiederum Ralf Posselt eine Unaufmerksamkeit der Gästeabwehr nutzte und den viel zu weit vor dem Tor stehenden Gästetorwart überwand. Da waren gerade mal 2 Minuten vergangen. Jetzt durfte wieder Jüngersdorf. Einen Freistoß aus ca. 18 – 20 Metern fälschte der in der Mauer postierte Dietmar Mangels so ab, dass Sebastian Wagels das Leder gerade noch nach vorne abwehren konnte. Jüngersdorf setzte schneller nach und ging erneut in Führung. Reaktion des Trainers Frank Caspers: „Aldi! lauf dich warm“. Doch noch vor dem Pausenpfiff machte Dietmar seine unglückliche Abwehraktion wieder wett. Mit einem wunderbaren Pass setzte er Andreas Nelles in Szene und der stellte den Pausenstand von 3:3 her.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stellte der Trainer nun um. Michael Freialdenhoven kam für Dominik Liechti und übernahm jetzt die Liberoposition. Ingo spielte dafür Manndecker und das Mittelfeld wurde kompakter aufgestellt. Diese personelle und taktische Umstellung zeigte Wirkung. Bereits 8 Minuten nach der Pause erzielte Andreas Nelles die erstmalige Führung für die Alemannia. Ausgleichende Gerechtigkeit. Dass war wohl genauso Abseits wie das 2:1 der Gäste. Die Alemannia war nun auch optisch etwas überlegener und drängte auf eine höhere Führung. Als der Schiri nach 77 Spielminuten wegen eines Foulspiels auf den Elfmeterpunkt im Gästestrafraum zeigte gingen dem Trainer alle bisher verschossenen Elfmeter durch den Kopf. Alle die sich trauten hatten schon mal verschossen und so zeigte der Trainer nach ganz kurzer Überlegung auf Sebastian Wagels. Jung, dynamisch und ohne Nerven, ein kurzer Anlauf und das 5:3 war unter Dach und Fach. Pünktlich erfolgte der Abpfiff des Schiris und es blieben den Spielern, Betreuern und Zuschauern noch genau 20 Minuten bis zum Anpfiff des Pokalendspiels in Berlin.
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