Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…
Dieser Traum war heute nach 120 Spielminuten und einem unglücklichen Elfmeterschießen ausgeträumt. Gegen die erste Mannschaft von Jülich 10/97 lieferte sich heute die Alemannia ein spannendes Pokalspiel und die Alemannia hätte eigentlich nach der regulären Spielzeit als Sieger den Platz verlassen müssen, hätte der Schiri in der 75. Minute gesehen, dass der Ball deutlich hinter der Torlinie gewesen wäre. Aber der Reihe nach.
Von Anfang an konnte die Alemannia heute das Spiel offen gestalten. Bereits nach einer viertel Stunde musste Andreas Vekens den Platz verletzungsbedingt verlassen. Für ihn kam Sascha Liechti in die Partie. Noch während Andreas Vekens neben dem Platz behandelt wurde, brachte Thomas Niemela einen Freistoß in den gegnerischen Strafraum den Simon Wittek volley aufnahm und zum 1:0 in die Maschen setzte. Diese Führung konnte bis zur 45. Minute gehalten werden. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff nutzten die Jülicher einen Stellungsfehler in der Abwehr und erzielten den Ausgleich.
Die zweite Hälfte verlief torlos. Wäre da nicht die umstrittene Szene in der 75. Minute gewesen. Simon Wittek konnte sich wieder einmal mit seinem schnellen Antritt Freiraum schaffen und lief auf das gegnerische Tor zu. Zwar konnte der Torwart der Gäste dem Ball noch den Schwung nehmen, aber der trudelte nun unaufhaltsam der Torlinie entgegen und nach glaubhafter Aussage von Simon und nach dem untrüglichen Gespür aller anderen Spieler und Zuschauer auch deutlich über die Torlinie. Erst dahinter konnte ein Abwehrspieler den Ball zurück ins Feld schlagen. Einzig der im Mittelfeld der gegnerischen Mannschaft stehende Schiedsrichter deutete achselzuckend an, er habe es nicht genau erkennen können und daher nicht auf Tor entschieden. An dieser Stelle plädiere ich für den Fernsehbeweis in der Kreisliga!
Die Verlängerung wurde nun unter Flutlicht ausgetragen. Und auch die erste Hälfte blieb torlos. Als 10 Minuten vor Ende der Partie die Gäste das 2:1 erzielten schien der Drops gelutscht zu sein. Der Trainer selbst schnürte nun die Fußballstiefel fest zu und wechselte sich selbst ein. Das war das Zeichen, noch einmal alles zu geben. Wieder war es Simon Wittek, der sich aus gleicher Position wie schon im Spiel gegen Mersch den Ball aus ca. 30 Metern beherzt auf den rechten Fuß legte und mit einem Aufsetzer den Gästetorwart überraschte. Was es das Flutlicht und die Tatsache, dass sich das Netz bewegte? Das Tor zählte. Nach 120 Minuten hatte die Alemannia den Gästen aus Jülich ein Unentschieden abgerungen!
Im fälligen Elfmeterschießen trafen zunächst Thomas Niemela, Simon Wittek, Guido Humpert und Ralf Postelt, ehe dann Frank Casper den letzten Elfmeter nicht am Torwart vorbeibringen konnte. Da die Gäste zuvor alle 5 Versuche erfolgreich gestalteten hieß der Sieger Jülich 10/97.
Ceterum censeo....
Wie so oft hat es im Fußball keinen Sinn nach einem Spiel den Konjunktiv zu benutzen. Aber schade ist es schon, dass der Alemannia heute ein weiterkommen nicht vergönnt war. Aber vielleicht hätten wir uns in der nächsten Runde gegen einen wesentlich stärkeren Gegner dann eine richtige Klatsche abgeholt. Zumindest das wird uns erspart bleiben.
„Cato“
Für die Alemannia spielten:
Sebastian Wagels, Markus Offermanns, Guido Humpert, Ingo von Ameln, Thomas Freyaldenhoven, Thomas Niemela, Stephan Hambloch, Henning Mack (54. Ralf Posselt), Simon Wittek, Stefan Schmitz, Andreas Vekens (15. Sascha Liechti), Frank Caspers für Sascha Liechti.
Stimmen zum Spiel:
Dirk Loitmann (Spielanalytiker und Aushilfscoachs)
Cato: Dirk, lass uns beide heute mal über das Spiel reden. Frank schnappt sicherlich noch nach Luft und muss seinen Spielen die Stubbis öffnen. Dein Fazit zum Spiel.
Dirk: Ich glaube, die Jungs haben heute über 2 Stunden sehr gut gekämpft und haben gut dagegen gehalten. Am Ende war es natürlich Pech im Elfmeterschießen auszuscheiden.
Cato: Eigentlich hatte das Spiel schon nach der regulären Spielzeit zu Ende sein können. Wie hast Du die Situation gesehen?
Dirk: Simon sagte ganz klar: Der Ball war drin gewesen. Natürlich ist es für den Schiri schwer die Situation so zu sehen. Ich kann nur sagen, wenn er drin war, dann ist es schade für die Jungs. So war es alles in allem aber ein gutes Spiel, nehmen wir es sportlich.
Cato: Liege ich falsch, wenn ich sage, wir waren den Jülichern keinesfalls unterlegen?
Dirk: Das sehe ich ganz genau so. Ich kann nur wiederholen, wir haben gut dagegen gehalten, sind in die Zweikämpfe rein gekommen, haben kämpferisch eine super Leistung geboten und von daher kann man von diesem Spiel nur positives mitnehmen.
Cato: Frank sind sicherlich auch keine Vorwürfe wegen des verschossenen Elfmeters zu machen. Zu einem Elfmeter gehört auch immer ein Quäntchen Glück.
Dirk: Ist ja kein Beinbruch und man sieht auch, Frank macht das gerade mit einer Kiste Bier wieder gut.
Cato: Wer ist Spieler des Tages?
Dirk: Für mich war es Thomas Freyaldenhoven, Der hat sich heute die Lunge aus dem Leib gerannt.
Cato: Vielen Dank Dirk.
Thomas Freyaldenhoven (Mittelfeld)
Cato: Thomas, heute zwar kein Interwiev mit dem Trainer, aber Dirk ist dafür in die Bresche gesprungen. Er hat Dich zum Spieler des Tages ernannt.
Thomas: Ja, das freut mich sehr.
Cato: Heute hast Du ein großes Laufpensum abgespult und unermüdlich gekämpft.
Thomas: Heute bin ich ausnahmsweise auch mal mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Ich bin von Anfang an gut in die Partie gekommen und es lief heute einfach. 120 Minuten Gas gegeben und immer versucht das Beste daraus zu machen. Das hat heute bei mir funktioniert.
Cato: Heute haben wohl alle bis zum letzten Schweißtropfen gekämpft. Aber ich glaube auch, dass Du heute noch ein oder zwei Prozent mehr gegeben hast. Insofern, herzlichen Glückwunsch.
Thomas: Danke schön.
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